24.09.2005 - 13.11.2005
Meisterhaus Kandinsky/Klee
Nach pauschalen Verdikten gegen die bildende Kunst in der DDR gleich nach dem Zusammenbruch dieses Staates werden heute immer deutlicher die verborgenen Schichten ostdeutscher Kunst entdeckt. Die vom Kunstbetrieb nicht vereinnahmten Hermann Glöckner, Gerhard Altenbourg und Carlfriedrich Claus zählen heute zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegskünstlern. Die Stadt Dessau und der Anhaltische Kunstverein widmen diesen Ausnahmeerscheinungen in der Kunst der 2. Hälfte den 20. Jahrhunderts einen Ausstellungszyklus. 2004 wurde die Reihe mit einer bedeutenden Exposition von Arbeiten Hermann Glöckners vornehmlich aus Dresdener Privatbesitz gezeigt. In diesem Jahr werden grafische Werke Gerhard Altenbourgs zu Gast im Meisterhaus Kandinsky/Klee sein. Das Lindenau-Museum Altenburg stellt Teile seiner Sammlung zur Verfügung. Altenburg ist der lebenslange Wohnsitz des Gerhard Ströch, der den abgewandelten Namen seiner Heimatstadt zu seinem Künstlernamen erhob. Das Lindenau-Museum gehörte auch zu den ersten öffentlichen Institutionen, die Arbeiten Gerhard Altenbourgs ankauften. Bis zum Ende dieses Staates stand er letzendlich immer ausserhalb. Trotz der wenigen Ausstellungen seit den 70er Jahren u.a. in Dresden, Leipzig und Berlin war er im westlichen Teil Deutschlands spätestens seit der documenta II 1959 in Kassel als einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit entdeckt. Sein Beharren in schweren Zeiten auf seine künstlerische und intellektuelle Freiheit, auf seine Individualität lassen ihn zu diesem aussergewöhnlichen Künstler heranreifen. Geprägt ist sein Schaffen weniger durch die Auseinandersetzung mit vergangenen oder zeitgenössischen Stilrichtungen, sondern viel mehr durch eine lebenslage intensive Beschäftigung mit Literatur und Philosophie.
Die Ausstellung in den Meisterhäusern Kandinsky/Klee will keinen vollständigen Überblick über das Werk Altenbourgs geben. Sie zeigt ca 60 Arbeiten. Altenbourg hat jedoch über 3000 Zeichnungen, 1400 Grafikenn 80 Plastiken und 14 Bücher geschaffen. Der Wert und der große Reiz liegt hier in dem Zusammentreffen hochartifizieller Kunst mit den klaren Räumlichkeiten der Bauhausarchitektur. Das hätte Gerhard Altenbourg sicher gefallen.
Dauer der Ausstellung: 24.9.-13.11.2005 Öffnungszeiten 10 - 18.00 Uhr
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